INGA-Formulierungsprinzip
Wertschätzend schreiben und sprechen – ohne Floskeln.
Wie wir über ein Kind schreiben, entscheidet mit, wie über dieses Kind gedacht wird. Das INGA-Formulierungsprinzip gibt dir eine Sprache, die beschreibt statt bewertet – und trotzdem fachlich klar bleibt.
Beschreiben statt bewerten
Bewertungen verdichten viele Beobachtungen zu einem Urteil. Beschreibungen bleiben nah an dem, was tatsächlich zu sehen war – und lassen Entwicklung offen.
- 01Statt „ist unkonzentriert“: „bleibt bei selbst gewählten Angeboten rund zehn Minuten dabei“
- 02Statt „stört die Gruppe“: „sucht in Kreissituationen viel Kontakt zu anderen Kindern“
- 03Statt „kann nicht teilen“: „braucht noch Unterstützung, wenn zwei Kinder dasselbe Material möchten“
Den Grund mitdenken
Zu jedem Verhalten gehört ein Grund. Wenn du ihn in der Formulierung mitführst, verschiebt sich der Blick von „Das Kind macht Probleme“ zu „Das Kind hat ein Problem“.
- 01„… besonders an Tagen, an denen der Morgen unruhig war.“
- 02„… wenn viele Kinder gleichzeitig sprechen.“
- 03„… kurz vor dem Mittagessen.“
Ressourcen zuerst
Beginne jeden Abschnitt mit dem, was gelingt. Nicht als Weichzeichner, sondern weil Entwicklung dort ansetzt, wo etwas trägt.
Für morgen früh.
- ·Lies deinen Text laut – würdest du ihn den Eltern so vorlesen?
- ·Streiche jedes „immer“, „nie“ und „ständig“.
- ·Prüfe: Steht mindestens eine Ressource vor jedem Entwicklungsthema?
Formulierungshilfen als PDF mit Vorher/Nachher-Sätzen
